Deutschland unter Dauerbeschuss – und Berlin mittendrin

Cyberangriffe? Ach, die treffen doch nur große Firmen in den USA! Denkste. In einer Analyse des Webhosting-Anbieters Hostinger liegt Deutschland weltweit auf Platz zwei, wenn es um Hackerattacken geht – direkt hinter den Vereinigten Staaten. Besonders im Visier: der Rüstungskonzern Rheinmetall. Aber auch Berliner Politiker und Behörden müssen sich immer öfter gegen digitale Einbrüche wehren.

Seit 2008 wurden in Deutschland stolze 912 Cyberattacken gezählt. Ganz vorne mit dabei: Rheinmetall. Malware, DDoS-Attacken, lahmgelegte IT-Systeme – das volle Programm. Und warum? Nun ja, als Rüstungskonzern mit Sitz in Nordrhein-Westfalen und internationaler Bedeutung hat das Unternehmen natürlich viele Feinde. Wer also dachte, Cyberkriminalität trifft nur Banken oder Tech-Firmen, liegt falsch. Hier geht es um knallharte Industriespionage und Sabotage. Auch Lufthansa wurde immer wieder attackiert – mit teils heftigen Folgen wie Flugausfällen oder Datenlecks.

Natürlich ist auch Berlin als Hauptstadt keine No-Go-Area für Hacker. Bundesministerien, Behörden, Politiker – sie alle sind potenzielle Ziele. Besonders unangenehm wurde es, als Hacker massenhaft persönliche Daten von Prominenten und Politikern ins Netz stellten. Oder als die CDU mitten im digitalen Bundesparteitag mit einer DDoS-Attacke ausgebremst wurde. Wer auch immer dahintersteckt – die Botschaft ist klar: Niemand ist sicher.

Während sich Deutschland bei den Angriffen auf Platz zwei vorarbeitet, bleibt es in Sachen Datenschutzverstöße eher im Mittelfeld. In der EU wurden seit 2008 mehr als 14 Milliarden Euro an Bußgeldern verhängt – aber Deutschland? Gerade mal Platz zehn mit 63,79 Millionen Euro Strafe. Zum Vergleich: Facebook durfte 2019 allein 4,53 Milliarden Euro zahlen. Vielleicht sollten deutsche Datenschützer mal nachlegen?

Ob große Konzerne, Politiker oder Otto Normalverbraucher – Cyberkriminalität geht uns alle an. Die Zahlen zeigen: Wer glaubt, das sei nur ein Problem für andere, wird irgendwann selbst zum Ziel. Also, Passwörter sicher wählen, Updates nicht ignorieren und zweimal überlegen, bevor man auf dubiose Links klickt. Denn sicher ist nur eins: Die nächste Attacke kommt bestimmt.

Bürgerreporter:in:

Jörg Faust

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