3535 Jahre Gewerkschaftsmitgliedschaft - IG BCE ehrt Mitglieder

DGB Regionsvoritzender Helmut Jung
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Für besondere Verdienste und ihre langjährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaftsbewegung wurden am 24.April 2008 zahlreiche Mitglieder der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) geehrt. Im Rahmen eines Seniorentreffens und der offiziellen Jubilarehrung für den Bereich Augsburg und Gersthofen wurden 74 Mitglieder geehrt. Die Feierlichkeit fand im Betriebsrestaurant der IGS Gersthofen statt.

Auszeichnungen gab es 11 mal für 60 Jahre, 21 mal für 50 Jahre, 20 mal für 40 Jahre und 41 mal für 25 Jahre Mitgliedschaft. Von den 74 Jubilaren nahmen 47 an der Ehrung teil.

Torsten Falke, Bezirksleiter der IG BCE Augsburg begrüßte mehr als 210 Gäste und hatte einige positive Nachrichten zu überbringen. Im Jahr 2007 ist es dem hauptamtlichen Team der IG BCE Augsburg wieder gelungen, zusammen mit der Hilfe von Ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen, 555 neue Mitglieder in der IG BCE aufzunehmen. Darin enthalten sind auch 70 Prozent der Auszubildenden, die in 2007 in den Betrieben für die die IGBCE zuständig ist, eingestellt wurden. Dies ist ein toller Erfolg so Falke. Er betonte, dass der diesjährige Tarifabschluss ebenfalls ein Zeichen sei, dass nur starke Gewerkschaften auch gute Tarifverträge aushandeln können. Die IG BCE hatte für die Chemiebeschäftigten eine Tariferhöhung von 4,4 Prozent plus 0,5 Prozent Einmalzahlung, ab 01.04.2008 für 13 Monate und weitere 3,3 Prozent für 12 Monate ab dem 01.05.2009 ausgehandelt. Die Auszubildenden erhalten zwei Erhöhungen von 34 und 26 Euro pro Monat. Ebenfalls sein wieder ein Tarifvertrag zur Ausbildungsförderung zustande gekommen. Besonders stolz ist die IG BCE darauf, dass sie den ersten Tarifvertrag zu Demografie und Lebensarbeitszeit vereinbaren konnte. Zukünftig wird es weiterhin die Altersteilzeit tarifvertraglich geben, darüber hinaus werden betriebliche Demografiefonds eingerichtet in die die Arbeitgeber jährlich 300,-€ pro Arbeitnehmer einbringen, um altersgerechte Lebensarbeitszeitmodelle zu finanzieren.

Die Jubilarrede hielt DGB Regionsvorsitzender Helmut Jung. Er erinnerte daran, dass vor 70 Jahren am 2. Mai 1938 die Gewerkschaften von den Nazis verboten wurden. Namhafte Augsburger Gewerkschafter wurden damals entweder verhaftet oder im Rahmen der Verfolgung durch die Nazi`s getötet. Er ging auf die Geschichte der Arbeiterbewegung und die Entstehung unseres solidarisch finanzierten Sozialversicherungssystems ein. Kritik erhielten die "Herren der neuen Sozialen Marktwirtschaft". Die Herrn Sinn, Miegel, Herzog und Henkel werden nicht müde, die Sozialversicherungssysteme kaputt zu reden und eine Private Sozialversicherung unter dem Motto: "mehr Eigenverantwortung" zu fordern. Jung machte deutlich, dass ein solches System nicht funktionieren kann. Wenn sich immer mehr Besserverdienende in die Privatversicherung verabschieden, gäbe es bald niemanden mehr der für den anderen aufkommen kann. Das Arbeitslose für Arbeitslose, Kranke für Kranke und Rentner für Rentner in die Sozialversicherung einbezahlen sollen, funktioniert eben nicht, sondern das System der Solidarität bedeutet eben, dass die Starken für den Schwächeren eintreten.

Der Augsburger DGB Chef dankte den Jubilaren für Ihre jahrelange Treue zur Gewerkschaft und ihre Lebensleistung. Wer heute davon redet, dass Ältere zuviel Rentenerhöhungen bekommen, und die Jüngeren zukünftig bis 67 und länger arbeiten müssen, dem empfahl Jung, dass diese Menschen selber einmal eine Nachtschicht, eine Akkordschicht oder eine einfache körperlich schwere Arbeit verrichten sollen. Dann wird einigen Politikern und Verbandsvertretern klar, dass die Arbeitsbelastung vom Schreibtisch aus oft falsch beurteilt wird.

Für die Jubilare gab es bei der Feierstunde neben der Ehrenurkunde eine Ehrennadel und eine Armbanduhr als Jubiläumspräsent. Beim anschließenden Abendessen gab es zahlreiche Gelegenheiten mit ehemaligen und noch aktiven Arbeitskolleg/Innen nette Erlebnisse auszutauschen.

Bürgerreporter:in:

Torsten Falke aus Augsburg

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