"Se rasseln werre ..."
Viele Neubürger, die den Brauch des "Rasselns" nicht kennen, wurden am Karfreitagmorgen um 6 Uhr in Stausebach, wie sicher auch noch in anderen Gemeinden, durch einen ungewöhnlichen Lärm aus dem Schlaf gerissen. Rasseln ersetzt in der Zeit von Gründonnerstag bis Karsamstag das Glockenläuten. "Die Glocken sind nach Rom gezogen", so heißt es im dörflichen Sprachgebrauch. Mit großen Rasseln oder kleinen Ratschen, wie man sie von Sportveranstaltungen kennt, ziehen die Messdiener durch die Straßen und rufen die Gläubigen zum Angelusbeten und zum Gottesdienstbesuch auf.
Leider sind es heute nur noch wenige Kinder, die sich am "Rasseln" beteiligen. Liegt es an der frühen Stunde? Ist es einfach der Zeitgeist, dass dieser alte Brauch in unseren überwiegend katholischen Dörfern langsam der Vergangenheit angehören wird?
Die in Stausebach genutzten Rasseln sind meist viele Jahre alt, oft von Generation zu Generation weitergegeben. Rasselhersteller gibt es schon lange nicht mehr. Die nur aus Holz gefertigten Rasseln bestehen aus einem offenen Kasten. Mit einer Kurbel werden die am Ende angebrachten federnden Leisten bewegt. Beim Drehen der Kurbel schlagen die kräftigen Hämmer auf eine mit zahlreichen Zapfen befestigte Walze. Sicher liegt es auch an der starken Spannung der Leisten, wenn der ohrenbetäubende, ratternde Ton uns heftig aufhorchen lässt.
Bürgerreporter:in:Peter Gnau aus Kirchhain |
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