Automuseum...
in großen Lettern steht es auf den Straßenschildern an der Bundesstraße zwischen Bad Oeynhausen und Vlotho.
Na dann schaun wir mal...
in der Weserstraße 225 soll sich das Auto- und Motorradmuseum ( Motor, Technica Auto-Motor-Freizeit ) befinden.
Angekommen...die Parkplätze sehen gottärbärmlich aus und sind mit Schranken geschlossen...
wir parken am Straßenrand.
Wo ist der Museumseingang und wie kommt man rein...?
Ja, mit dem Reinkommen war wohl nix...!
Wir laufen bei trüben und naßkaltem Wetter um das Museumsgelände und den Gebäuden...mein Gott...sieht das heruntergekommen aus...!
Autos...?
also bei den Fortbewegungsmitteln handelte es sich meistenteils um Kriegsgeräte. Panzer, Bundeswehr LKW´s, Selbstfahrlafetten... ach ja, da stand doch ein englischer Doppeldeckerbus an der Straße und ein ehemaliges gepanzertes Polizeifahrzeug zierte den verunkrauteten Randstreifen am Gebäude.
Ansonsten...
russische Großraumhubschrauber (in so einem bin ich schon auf der Krim geflogen) russische Kampfjets vom Typ MIG 21 u. 23, TF 104G, SU-22, eine Aero Commander, eine P149D usw. usw...
Eine Dampfwalze fällt langsam dem Knöterich zum Opfer... sämtliche Ausstellungexponate auf dem Freigelände sind total verdreckt. Dornengestrüpp wuchert über alte Dampfmaschinen und Panzer, die teilweise ohne Ketten vor sich hinrosten und vergammeln.
Das ist kein Technikmuseum mehr, sondern nur noch ein Schrotthaufen.
Ich habe mich mal bemüht dahinter zu kommen warum dieser Zustand so ist...
Also, 1973 wurde dieses Museum gegründet. Seit Ende 2007 ist es geschlossen wegen Umbauarbeiten. Die sollten allerding 2008 beendet sein. Dann hatte man den Wiederherstellungs- und Öffnungstermin auf Ende 2009 verschoben. Passiert ist bis heute nichts. Insgesamt sollen sich nach Angaben in einer Vlothoer Zeitung 200 Autos in den Hallen befinden...sehen die auch alle so aus...?
Kurioser Weise wird für das Automuseum trotz Schließung immer noch dafür geworben und das Entfernen der Hinweise auf den Straßenschildern...na das ist eine Posse für sich. Da muß die Stadt Bad Oeynhausen einen Antrag beim Straßenbauamt des Landes NRW stellen und das dauert.
Frage...warum kann man das denn nicht einfach mit einen Signaltape bis zur Wiedereröffnung ( wenn die überhaupt stattfindet ) einfach abkleben, so wie es auch auf Autobahntafeln teilweise gemacht wird...
Da wiehert doch der Amtsschimmel...
und was den Schrotthaufen auf dem Frei- sowie dem Museumsgelände betrifft...das wäre eine Aufgabe für das zuständige Gewerbeaufsichtsamt, denn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind auch noch Gefahrstoffe in den ausgemusterten Kriegsgeräten vorhanden.
Am Ende des verwilderten Freigeländes, der mit einem Zaun und Natodraht umgeben ist, konnte ich einen herrlichen, wenn auch trüben Blick auf das Kaiser Wilheln Denkmal sowie dem Weserumland und der Weserflutbrücke der Autobahn A2 genießen
Bürgerreporter:in:Reinhold Krause aus Springe |
14 Kommentare
@Hans Stecker: Interessant ist nur, dass Herr V..... immer noch lebt, lt. Recherche. Auch das Museum wird noch offiziell geführt mit Telefon und Faxnummer und ein gleichnamiger Waffenentwickler, Waffenhändler und Schrottverwerter...... Zufall? Von einem Verkauf an einen französischen Veteranen ist hingegen nichts zu finden, von einer Insolvenz ebenfalls nichts. Anscheinend wurde hier schnell ein Schrotthandel aufgemacht, welcher den Verbleib der Gammeltechnik ermöglichen soll? Ist ja ein genehmigter "Schrottplatz"...... und schon ist die Stadt ausgebootet. Na ja, es ist traurig......und man kann nur Vermutungen aufstellen.
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Das Museum gehörte einst Willy Helmerding. Leider mußte er mit seiner Helmerding-Firmengruppe Konkurs anmelden. M.W. wäre er heute Ende 90 und ich gehe daher davon aus, daß er nicht mehr lebt, auch wegen des Zustands des Museums. Er war ein sehr nobler Mann, aber die Banken haben ihm den Garaus gemacht. Das ging sogar bis zu einer Gefängnisstrafe. Schade eigentlich. Wenn noch jemand mehr weiß, würde ich mich über eine entsprechende Kontaktaufnahme freuen.