Zimmer 11
zimmer 11
Sie hetzen die zeit durch regennasse strassen, nur das rauschen
klebt an der türklinke von zimmer 11.
Hier atmen verlegen die stunden kippen in graublau
lichtgebündelt durch das hohe fenster, die sich tanzend
in stummen bücherregalen verfangen
bis sie ermüdend, breitbeinig – als schatten – auf meiner bettdecke landen.
Sie hatte diesen punkt geklebt unsichtbar haltbar. dort
wo der stukk als blütenrandrose in die decke sich einband um
kichernd sich in zarten wölbungen wieder aufzuwerfen. fast trotzig
dann in gelbgewunden. augenmüde beobachtung und harren , wortloses verstehen.
da saß sie
bewegungslos erstarrt von meinem bestaunen. im unbeobachteten moment
dieses zarte drehen einer schlittschuhläuferin – sekundenatmend .
Dann schleuderte sie wie ein band den seidigen faden hinter sich –
wölbte ihren bauch wie eine schwangere und tanzte
auf dem dünnen seil
in atemloser schönheit.
© Chr.v.M.
Bürgerreporter:in:Christin v.Margenburg aus Dobritz (ST) |
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