Damals in Döhren: Widerstand vor Ort – eine Bürgerinitiative kämpfte gegen Eisenbahnlärm
Seit weit über 30 Jahren gehe ich mit der Kamera auf Pirsch und begleite das Geschehen im heutigen Stadtbezirk Döhren-Wülfel fotografisch. Einige der Aufnahmen von damals scanne ich jetzt nach und nach ein, um sie ins digitale Zeitalter herüber zu retten. Unter der Überschrift "Damals in Döhren" bzw. "Damals in ..." möchte ich den myheimat-Usern kleine Einblicke in mein Fotoarchiv geben. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere noch an die damaligen Ereignisse oder erkennt sich auf einem der alten Fotos sogar wieder.
Heute: Als Bürger gegen die Eisenbahn auf die Barrikaden gingen
Ende September 1989 in Döhren: Ortstermin an der Bahnunterführung Heuerstraße. Mit einer Informationsveranstaltung machten die in der Bürgerinitiative „Güterzug“ zusammengeschlossenen Anlieger der Güterumgehungsbahn vor fast 30 Jahren auf den von ratternden Güterwaggons verursachten Lärm vor ihren Häusern aufmerksam. An rasch aufgestellten Tapetentischen wurden Unterschriften gesammelt und ein aufgespanntes Transparent verkündete: „Lärm macht krank“.
„Der Zugverkehr gefährdet unsere Gesundheit. An eine ungestörte Nachtruhe ist nicht zu denken“, klagte damals Dr. Bruno Schulte, neben Sibilla Windelberg Sprecher der Bürgerinitiative „Güterzug“. Bundesbahn-Pressesprecher Hans-Peter Eue konnte den Bürgern kaum Trost spenden. Hilfe, das stellte auch die Bundestagsabgeordnete Edelgard Bulmahn (SPD) klar, könne nur vom (damals noch in Bonn sitzenden) Bundestag kommen. „Es ist Aufgabe des Parlaments, hier ein Sonderprogramm für Lärmschutzmaßnahmen zu verabschieden“, sagte sie.
Die besten Argumente für die Forderungen der Bürger lieferte übrigens die Bahn selbst. Während der Veranstaltung donnerte rund alle fünf Minuten ein Zug über die Fußgängerunterführung hinweg.
Bürgerreporter:in:Jens Schade aus Hannover-Döhren-Wülfel-Mittelfeld |
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