Kalkar besitzt mit St. Nicolai
eine weit und breit einzigartig reiche mittelalterliche Bürgerkirche. Im 15. und 16. Jahrhundert errichtete die stolze Bürgerschaft in etwas mehr als einem Jahrhundert nicht nur wichtige Bauten, wie das stattliche Rathaus und die St. Nicolaikirche, sondern stattete letztere auch mit hochrangigen Kunstwerken aus.
Zehn mittelalterliche Altaraufbauten aus Eiche sind vollständig erhalten. Allein der Hochaltar zählt 208 geschnitzte Eichenfiguren; die Wurzeln des Siebenschmerzenaltars sind besonders tief und aufwendig geschnitzt. Insgesamt 102 Gemälde zieren das Gotteshaus, davon 20 Bildtafeln von Jan Joest am großen Passionsaltar. In höchster Qualität niederländisch-flämischer Meister sind 75 geschnitzte Statuen zu finden. Die filigrane Deckenbemalung, das Jüngste Gericht, sowie Taufstein und Sakramentshaus stammen aus der Gründungszeit.
In den Jahren 2000 bis 2020 gestaltete der Wiesbadener Glasmaler Karl-Martin Hartmann die vormals zerstörten und bis dahin schmucklos gehaltenen Kirchenfenster neu. Die Fenster verbinden die historische Darstellungsform und Verkündigungskommunikation der Kirchenfenster in katholischen Kirchen mit physikalischen Erkenntnissen über die Genese des Universums zu einer Art Neuformulierung der Schöpfungsgeschichte.
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