Wie sich der Begriff "RECHTS" verändert hat
Die Einordnung politischer Parteien in ein Rechts-Links-Schema hat ihren Ursprung in der Sitzverteilung in Parlamenten in einer Zeit lange vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Als ich jung war, galt die CDU/CSU wie selbstverständlich als rechts, die SPD als links, und beides hatte nichts Anrüchiges. Dann gab es da noch die FDP, die sich dem Schema irgendwie entzog.
Die Parteienlandschaft ist vielfältiger geworden. Und die Sitzverteilung unserer Parlamente ist nicht mehr maßgeblich geworden für die Einordnung in das Rechts-Links-Schema, das weiterhin in den Köpfen spukt. Links hat längst etwas Schickes und Intellektuelles, Rechts hat etwas Nationalistisches oder gar Nationalsozialistisches an sich, so m.E. die öffentliche Wahrnehmung. Mitte ist etwas Worthülsenhaltiges, auch wenn viele Parteien beanspruchen, in der Mitte zu stehen. Sogar die Union wehrt sich dagegen, als rechts begriffen zu werden, um nicht in die Nähe der Rechtsextremen geschoben zu werden. Gut, die Linken tun sich nicht so schwer mit den Linksextremen, da diesen, wie mir scheint, gern gute Absichten unterstellt werden.
Ich denke, man sollte das simplifizierende Rechts-Links-Schema im Denken endlich ganz über Bord werfen und ersetzen durch Beurteilung von inhaltlichen Positionen. Gut, das ist schwerer als die Vereinfachung einer linearen Zuordnung. Vieles ist aber nun mal sehr komplex.
Nicht nur die Parteien unterliegen dieser Einordnung,
sondern auch Bürger, die ihre Meinung zu bestimmen
Themen äußern.
So werden zum Beispiel Kritiker des menschengemachten
Klimawandel meist sofort der AfD , also der rechten Ecke
zugeordnet.
Es ist zwar eine Unart, aber es hat sich bereits eingebürgert.
Menschen die mit ihrer Meinung nicht dem Mainstream der
Bevölkerung folgen, werden sofort in eine Ecke verortet.
Um Nasenlängen vorne ist die rechte Ecke, also die AfD und
deren Gruppierungen.
Natürlich stimmt diese spontane Einordnung meist nicht,
aber es ist ja auch einfacher, als sich mal ein paar Gedanken
über diese Zuordnung zu machen.
Viele Menschen besitzen ein „Schubladendenken“ und haben
Somit keine Probleme bei der Einordnung von Meinungen und
Parteien.
Probleme bekommen nur diejenigen, die sich mehr Gedanken
über eine Partei, eine Aussage oder einen Kommentar machen.
Ich zähle mich zu der zweiten Gruppe, und werde deshalb auch
dementsprechend oft angefeindet.
Die Parteienlandschaft ist sehr heterogen, und zeichnet sich auch
dadurch aus, dass oft eine klare Abgrenzung nicht mehr möglich ist.
Der Wähler hat nun das Problem herauszufinden welche Partei
seine Meinungen am besten vertritt, und ob er dabei nicht gegen
die Mehrheitsmeinung verstößt.
Bei der Wahl hat der Bürger ohnehin nur die Wahl ob er „erhängt“,
oder "erschossen" werden will.
Das Ergebnis ist meist das Gleiche, egal in welcher Ecke man steht!